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PROJEKTBERICHT FÜR DAS JAHR 2019

Das Zentrum für Ost-West-Kooperation e.V. (ZOWK) hat auch im Jahr 2019 seine partnerschaftlichen Beziehungen gepflegt und einen fachlichen Austausch zwischen Russland und Deutschland möglich gemacht.

Im Rahmen des Partnerschaftsabkommens zwischen dem Land Niedersachsen und dem Gebiet Tjumen haben im Juli 2019 Tjumener Sozialexperten Lüneburger Fachleute des Bereichs Sozialarbeit und Pflege zu Zwecken einer Weiterbildung besucht, um miteinander neue Ideen fachlicher Ausgestaltung ihrer Arbeit auszutauschen. Im Oktober 2019 vom fand ein Gegenbesuch in Tjumen statt.

 

FÜNF RUSSISCHE KOLLEGINNEN AUS TJUMEN KOMMEN NACH LÜNEBURG

Der Einladung des ZOWK folgend, sind fünf Sozialexperten aus dem westsibirischen Gebiet Tjumen, der Partnerregion Niedersachsens zum Weiterbildungsseminar nach Lüneburg gekommen.

Anknüpfend an konzeptionelle Überlegungen aus dem vorigen Jahr, fand der Besuch aus Tjumen unter zwei Themenschwerpunkten statt:

Zum einen sollte mit niedersächsischem Fachwissen bei der inhaltlichen Ausgestaltung ein Konzept für die Ausbildung von Pflegekräften ausgearbeitet werden. Es wird von Tjumener Seite eine „international zertifizierte Ausbildung“ angestrebt.

Zum anderen wurde darum gebeten die Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe wieder aufzunehmen, da sich seit 2012, als der Bereich bereits behandelt wurde, in Tjumen Probleme und Fragestellungen verändert hätten. Man beschloss sich dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe im Rahmen eines Methodenaustauschs anzunähern.

Aus Tjumen kamen folgende Fachleute nach Lüneburg:

Frau Elena Perminona, Autonome Institution für soziale Dienste und Weiterbildung im Gebiet Tjumen „Regionales, soziales Rehabilitationszentrum für Jugendliche „Familie“, Direktorin
Frau Irina Makarova, Autonome Institution für soziale Dienste im Gebiet Tjumen „Sozial- Rehabilitationszentrum für Jugendliche „Zustimmung“, Stadt Ischim, Direktorin
Frau Inga Tigeeva, Department für soziale Entwicklung im Gebiet Tjumen, Leiterin der Abteilung für Fragen der Familie und Kinder
Herr Nariman Karaisaev, Staatliche, autonome Institution im Gebiet Tjumen “Regionales Zentrum für Prävention und Rehabilitation“, Direktor
Frau Margarita Babushkina, Soziales Gesundheitszentrum für Senioren und Menschen mit Behinderung „Rote Nelke“, Direktorin

 

Inhalte der Weiterbildungswoche und Einrichtungsbesuche

Christoph Kusche hat zu Beginn der Weiterbildungswoche das System der Sozial- und Jugendhilfe und die Sozialarbeit in Deutschland vorgestellt, damit die Gäste die folgend besuchten Einrichtungen in das deutsche System einordnen konnten.

 

Es wurde die Reso-Fabrik e.V. besucht, wo das Konzept der Arbeit mit devianten und straffälligen Jugendlichen vorgestellt wurde und im Schwerpunkt, wie das Antiaggressionstraining als Methode der niedrigschwelligen Arbeit genutzt werden kann.

 

Außerdem besuchten die Tjumener das Haus des Jugendrechts in der Staatsanwaltschaftund es wurden die Vorteile einer guten Zusammenarbeit von Straffälligenhilfe und Justiz für eine direkte und schnelle Intervention dargestellt. Dabei wurde die Wichtigkeit von präventiver Arbeit hervorgehoben.

 

Der Besuch im Albert-Schweitzer-Familienwerk war als ganztägige Hospitation geplant und dort wurden die verschiedenen Jugendprojekte dieses freien Trägers der Jugendhilfe vorgestellt, die sowohl ambulante als auch staitonäre Hilfen anbieten.

An Hand von Beispielen wurde die Arbeit mit straffällig gewordenen Jugendlichen präsentiert, die im Rahmen der ambulanten Hilfen in Form eines Täter-Opfer -Ausgleichs angeboten werden. Lüneburger Besonderheit sei, dass in Abstimmung mit der Jugendgerichtshilfe Weisungen des Jugendgerichtes durchgeführt werden können.

Stationäre Arbeit wurde mit der Hospitation in der Wohngruppe Wilschenbruch präsentiert, wo 13 Jugendliche betreut werden. Hier bestünde die Aufgabe und Herausforderung darin, die jungen Menschen in die Selbstständigkeit zu führen.

 

Ebenso ganztägig angelegt war die Hospitation der Drogen und Suchtberatung in der Stadt Uelzen. Es wurde die Arbeit der Suchtberatung, Konzept und Praxis in der Diakonie Uelzen und die vielfältigen Aufgaben der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention vorgestellt.

Die Suchtberatung leiste eine Vielzahl von Angeboten für Einzelpersonen und im Gruppenkontext. Insbesondere gebe es auch Alkoholpräventionsprojekte für Kinder und Jugendliche, was anhand des Move on up Projektes als praktische Beispiel demonstriert wurde.

 

Im Anschluss an die Hospitation in der Drogenberatungsstelle wurde die Arbeit eines Netzwerkpartners vorgestellt. Das Jugendzentrum BAXX veranschaulichte mit einem Rundgang durch das Jugendzentrum das Konzept der offenen Jugendarbeit. Die freiwilligen Angebote regten junge Menschen an, eigenständig und selbstorganisiert ihre Interessen zu verfolgen und gleichzeitig einen Beitrag für das lokale Umfeld zu geben.

 

Mit auf dem Programm war auch die Hospitation  im Jugendamt der Stadt Lüneburg, in dessen Rahmen die besondere Aufgabe und das Konzept der Abteilung für frühe Hilfenvorgestellt wurde. Auch hier wurde wieder deutlich wie wichtig die Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen für eine gelingende Hilfe ist, die den Kindern bereits vor ihrer Geburt bis hin zum dritten Lebensjahr anhand dieses Konzeptes gegeben wird.

 

Das Kennenlernen der Arbeit des Landkreises Lüneburg war ebenfalls Teil der Weiterbildungswoche. Hier wurden die Aufgaben der Kinder und Jugendhilfe vorgestellt. Mit praktischen Erfahrungen aus dem Feld der frühen Hilfen schließe sich die systematische Darstellung des Feldes der Kinder und Jugendhilfe als eines Kooperationspartners an. Es wurde die Notwendigkeit des Partizipation- und Emanzipationsgedankens als ein wesentliches Kernelement der Jugendhilfe betont.

 

Als weitere stationäre Jugendhilfeeinrichtung wurde das Wohnheim Oedeme der STEP gGmbH besucht. Das Konzept der Verselbstständigung von jungen Menschen wurde vorgestellt; insbesondere Kinder und Jugendlichen, die aus der Jugendpsychiatrie kommen, können in dieser Einrichtung lernen ein selbstständiges Leben als junge, heranwachsende Menschen zu führen. Die Verselbstänidung erfolge stufenweise und sei den individuellen Bedürfnissen angepasst.

 

Ein weiteres Beispiel für professionelle Handlungsfelder der Sozialen Arbeit wurde vom Betreuungsverein vorgestellt und das Onkologische Netzwerk Wendland e.V. Lüneburg Dannenberg dargestellt.

Die multiprofessionelle Arbeit im sozialen Feld, insbesondere in der Kooperation der Kinder und Jugendhilfe aber auch in den anderen Feldern der Unterstützung von Erwachsenen, bestimme den Alltag in der beruflichen Zusammenarbeit.

Abschließend wurde durch die Darstellung des onkologischen Netzwerkes Wendland e.V. – einem Zusammenschluss von Ärzten Experten und Sozialpädagogen, die beruflich und ehrenamtlich in diesem Feld tätig sind, die Sorge um krebserkrankte Menschen und ihrer Angehörigen aufgezeigt.

Es kamen interessante Aspekte der unterschiedlichen Lebensauffassung und Kulturen über die Frage von Privatheit und Vertraulichkeit versus systematische Erfassung von Lebensverhältnissen auf, guten Willens die Möglichkeit zu finden flächendeckende Angebote zu erstellen.

 

SOZIALEXPERTINNEN AUS LÜNEBURG FLIEGEN NACH RUSSLAND

Wie vorab besprochen haben Experten aus Pflegeberufen ihr Fachwissen für eine angestrebte zertifizierte Ausbildung in Rahmen von Vorträgen und Workshops eingebracht.

Außerdem ist es dem ZOWK gelungen Referenten aus der Kinder – und Jugendhilfe für den Austausch zu gewinnen.

Das Sozialdepartment in Tjumen hat ein entsprechendes Programm organisiert, in dem Methoden- Workshops und Vorträge der Lüneburger Experten vor einem Fachpublikum in den Tjumener sozialen Einrichtungen präsentiert werden und zugleich in den Hospitationen der sozialen Einrichtungen die Fachgespräche stattfinden konnten, sowohl für den Kinder – und Jugendhilfebereich, als auch die die Pflege.

 

Delegation aus dem Bereich Kinder und Jugendhilfe 

Gemäß der Auswertung der Erfahrungen und der Entscheidung über die Ausgestaltung des Gegenbesuchs im Herbst in Tjumen zum Thema der Kinder und Jugendhilfe wurde folgende Delegation nach Tjumen gesendet:

 

Frau Elena Bondarenko, Diplom Sozialpädagogin, Expertin für Angebote des Täter Opfer Ausgleichs, Anti Aggressionstraining beim Albert Schweitzer Familienwerk Lüneburg Herr Günter Kalisch, Diplom Sozialpädagoge, Einrichtungsleiter des Albert-Schweitzer-Familienwerks e.V. in Lüneburg/Alt Garge,

Frau Teresa Geist, Diplomsozialarbeiterin, Expertin für die Prävention in der Suchtberatung, Diakonie, Lebensraum Lüneburg / Uelzen

Frau Brigitte Riekmann, Diplomsozialarbeiterin, Abteilungsleiterin im Jugendamt der Stadt Lüneburg, „frühen Hilfen“

Frau Pola Gronwald, Diplomsozialarbeiterin, Expertin für die Verselbstständigung von jungen Menschen mit psychiatrischen Krisenerfahrungen

Herr Christoph Kusche, Delegationsleiter

 

Themengegenstand des Austauschs und Ablauf der Woche für den Kinder und Jugendhilfebereich

Das Thema der Kinder – und Jugendhilfe war „Die Kinder – Jugend – und Familienhilfe – Konzept und Methodenaustausch“. Es wurden in den besuchten Einrichtungen Vorträge und Methodenworkshops angeboten und damit ein Austausch mit den dort arbeitenden Professionellen stattfinden.

 

Die Gruppe der Sozialarbeiterinnen aus Lüneburg wurde nach der Ankunft in Tjumen von der Leiterin der Abteilung für Familienhilfe im Sozialdepartment des Oblast Tjuemen begrüßt und man stellte sich gegenseitig und das zu erwartende Programm vor, was sehr positiv aufgenommen wurde.

 

Günter Kalisch stellte bei der Hospitationdesregionalen sozialen und Rehabilitationszentrum „Familie“ einen Methoden – Workshop zum Umgang mit schwierigen Jugendlichen vor, indem er anhand von praktischen Übungen das Verhalten der Mitarbeitenden im Umgang mit aggressiven Jugendlichen aufzeigte.

Im Anschluss gab es einen Vortrag Pola Gronwald und einen Runden Tisch zum Thema: Entwicklung des sozialen und persönlichen Potenzials von jungen Menschen in der stationären Jugendhilfeeinrichtung. Pola Gronwald referierte zum Thema: „Das Konzept der Verselbständigung von Jugendlichen nach dem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik“. Insbesondere wurde der Weg der Verselbständigung anhand eines Jugendlichen als Fallbeispiels aufgezeigt, der alle Stufen erfolgreich durchlaufen hatte. Am Runden Tisch wurde das Konzept diskutiert und erneut auf die Wichtigkeit der individuellen Anpassung der Stufen auf die Lebenssituation des Jugendlichen hingewiesen, ohne dabei aber den Rahmen des Konzepts zu gefährden.

 

Es wurde das Regionale Zentrum für Prävention und Rehabilitation hospitiert und wir durften an der feierlichen Eröffnung des Sportzentrums teilnehmen. Das Zentrum ist eine stationäre Einrichtung der Jugendhilfe im Oblast Tjumen für die Entgiftung, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft. Teresa Geisthat einen Vortrag zum Thema „Konzept und Methodenaustausch; im Besonderen die Vorstellung der Arbeit im Bereich Prävention und Substitution, der Drobs Uelzen“ vor 30 Fachkräften der Einrichtung gehalten. Zur Veranschaulichung gab es praktische Übungen, die in den Vortrag eingebaut waren, wie das „Lebenskreisspiel“, „der Weg in die Abhängigkeit“ und die Rauschbrillen. An den Vortrag schloss sich eine umfangreiche Diskussion an.

 

 

Im Zentralen Familienzentrum in Tjumen hat die deutsche Delegation an einer Pressekonferenz teilgenommen, in der man sich gegenseitig vorstellte. Vergleichbar sind die Aufgaben mit denen eines großen Jugendamtes in Deutschland. Die Fachexperten für soziale Arbeit dieser Behörde waren zu einem ganztägigen Konferenztag zusammenzukommen, um miteinander über die Fragen der Frühen Hilfen und den Umgang mit jugendlichen Delinquenten zu diskutieren.

 

Im Familienzentrum in Tjumen wurde die Bedeutung der Frühen Hilfen als ein Angebot im Rahmen der primären und sekundären Prävention für Familien mit Säuglingen und Kleinkindernvon Brigitte Rieckmannvon der Koordinierungsstelle Kinderschutz- Kommunale Netzwerke Früher Hilfen für die Hansestadt und Landkreis Lüneburg vorgestellt. Neben der Definition und der Zielsetzung der Frühen Hilfen und der Einbindung in das Gesamtsystem Kinderschutz wurde das Netzwerk und die Zusammenarbeit im Netzwerk Frühe Hilfen beschrieben. Schwerpunkt des Vortrages bildete die Darstellung der Angebote in den Frühen Hilfen. Besonderes Interesse der Teilnehmer*innen galt den Willkommensbesuchen nach der Geburt eines Kindes, die von einer Fachkraft der Frühen Hilfen durchgeführt werden.

 

Anschließend hat Jelena Bondarenko die ambulanten sozialpädagogischen Angebote für straffällig gewordene junge Menschen im Rahmen des Jugendgerichtsgesetzes und des Täter-Opfer- Ausgleichs(TOA) im Jugendstrafverfahren vorgestellt. Ein TAO kann in allen Verfahrensstadien angeregt werden u. A. auch durch Selbstmeldung oder Jugendhilfe im Strafverfahren. Die Tatbetroffenen können Wiedergutmachung erfahren, Schmerzensgeld erhalten, Ängste abbauen, Zivilprozess vermeiden. Die Tatverantwortlichen jungen Menschen können Wiedergutmachung leisten, ggf. Strafmilderung oder ein Absehen von Strafe erreichen. Fazit: Im Rahmen der Vorstellung des Täter-Opfer-Ausgleichs gab es Interesse seitens der Elena Perminova, Direktorin des regionalen sozialen Reha Zentrums „Familie“ an weiteren Austausch und Vertiefung der Themas „Arbeit mit mehrfachstraffällig gewordenen Jugendlichen“. Weitere inhaltliche Überschneidungen waren bei dem Besuch des „Roten Wasserturms“ mit außerschulischen Aktivitäten sichtbar, durch die Leiterin Olga Selinvanova war der Kontakt und Austausch auf der wissenschaftlichen und praktischen Ebene gewünscht. Kriminalpräventive Aspekte wurden durch die Polizistin in der Einrichtung von Nariman Karaisaev vorgestellt und ein Erfahrungsaustausch angeregt.

 

Eine weitere Hosptiation fand in der Jugendhilfeeinrichtung: „Chance“ – ein Projekt für Jugendliche die Hilfe und Unterstützung benötigen statt, wo die Aktivitäten dieser Einrichtung der deutschen Delegation vorgestellt wurden. In einem Vortrag bezieht sich der Referent Christoph Kusche auf die dargestellte Arbeit und veranschaulicht wie in Deutschland im Rahmen dieser Aktivitäten das System der Jugendhilfe wirken kann. In der anschließenden Diskussion werden Fragen der Jugendhilfestrukturen der beiden Länder ausführlich erörtert. Es bleiben viele Fragen offen, wie im Detail die jeweiligen Landesstrukturen der Jugendhilfe organisiert sind. Damit bieten auch weitere Angebote für die Kooperation und zukünftige Seminare ausreichend Stoff gemeinsame Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

 

Auswertung und Perspektive der Weiterbildungswoche und der Kooperation 

Im Abschluss gab es eine Auswertung der Erfahrungen und eine Entscheidung über die Ausgestaltung der weiteren Zusammenarbeit im Jahre 2020. Die Experten der beiden Länder bedankten sich beieinander für die Anregunen und den wertschätzenden Umgang miteinander. Die Direktoren der verschiedenen Abteilungen des Sozialdepartments in Tjumen, die an dieser Auswertung teilnehmen betonten das Interesse an der weiteren Zusammenarbeit auch im Jahr 2020. Es wurde eine Themenliste für 2020 erstellt, die auch den Bereich der Behindertenhilfe einschloss.

 

Das Zentrum für Ost-West Kooperation wird sich bemühen beim Sozialsystem des Landes Niedersachsens entsprechende Anträge für das Jahr 2020 bewilligt zu bekommen.

Die Bedeutung dieses jahrelangen produktiven Austausches wird mit der Auszeichnung des Leiters der Delegation, Christoph Kusche von der stellvertretenden Gouverneurin gewürdigt.

 

Delegation der Pflegefachkräfte aus Deutschland

Fachleute, Inhalte und Aufbau 

Die Fachleute aus Deutschland für die Pflege haben einen Methoden-Workshop und die Beratungen zum „Aufbau eines Ausbildungsganges „Altenpflege mit internationaler Zertifizierung“ angeboten.

Für den Pflegebereich konnten folgende Fachkräfte nach Tjumen gesendet werden:

Frau Edith Veit, Diplompädagogin, langjährige Dozentin in der Altenpflegeschule Lüneburg(IWK)

Frau Edda Hermann-Lichtenberg, Krankenpflegefachkraft, Pflegemanagement, Dozentin an der Altenpflegeschule Lüneburg (IWK), Hansestadt Lüneburg, Heimaufsicht im Seniorenstützpunkt von Stadt und Landkreis Lüneburg, Projektleiterin

Frau Natalya Kühne, Ergotherapeutin, Fachkraft in einer Pflegeeinrichtung für demenzkranke Menschen / Übersetzerin

Herr Christoph Kusche, wissschaftl. Leitung. Teilnahme an der wissenschaftl. Konferenz in Tjumen, temporäre Begleitung in den Verhandlungen mit dem Sozialdepartment Tjumen.

Das Programm für 2019 basierte auf den konzeptionellen Überlegungen, die im Vorjahr in Tjumen diskutiert worden sind.

In dieser gemeinsamen Evaluation des Besuches wurde für 2019 der Wunsch geäußert auf 2 Ebenen die Zusammenarbeit weiter zu entwickeln. Ludmila Kraschanina als Verantwortliche für die Kooperation bittet, in Übereinstimmung mit den Beteiligten, um Unterstützung bei der Ausbildung von Pflegekräften, die dringend erforderlich ist, da eine staatliche Ausbildung in diesem Feld nicht möglich ist. Als eine Lösung wird von Tjumener Seite eine „international zertifizierte Ausbildung“ angestrebt. Zur Beteiligung der niedersächsischen Experten bei dieser Zertifizierung

wurd ein gesondertes Projekt ausgewiesen. Es wurde als Konferenzthema für den gemeinsamen Austausch das Thema „Aufbau eines Ausbildungsganges „Altenpflege mit internationaler Zertifizierung“ “ genannt sowie die Festlegung vonInhalten des Weiterbildungsseminars

Die Methodenworkshops erreichten wieder eine Vielzahl von Beschäftigen der Altenpflegeheime in Tjumen. Die Verhandlungen über ein Ausbildungscurriculum waren erfolgreich.

 

Im Workshop im Internat für ältere und behinderte Menschen(Pflegeheim), in Isetskoje, von 11.00-17.00 Uhr (30 Pers.) waren Mitarbeiter stationärer und sozialer Organisationen, die pflegebedürftige Bürger betreuen.

 

In der psychoneurologischen Kinderpension(Kinderheim) in Uspenka, von 10.30-16.00 Uhr. Teilnehmer (30 Pers.) waren Mitarbeiter stationärer und sozialer Organisationen die pflegebedürftige Bürger betreuen beim Workshop dabei.

Geschult wurden Module aus dem Curriculum von Frau E. Veith zum Bobath Konzept.

Frau E. Hermann-Lichtenberg hat zum Thema Atemstimulierenden Einreibung (ASE) referiert und praktische Übungen angeboten. Außerdem wurde die Belebende und Beruhigende Waschung aus der Basalen Stimulation vorgestellt.

 

Am 16.10.2019 fand die Internationale wissenschaftlich- praktische Konferenz statt. Ungefähr 600 Personen nahmen teil, u.a. die Leitenden der Sozialdienste, Chefärzte der medizinischen Organisationen, stellvertretende Leiter der sozialen Dienste, stellvertretende Chefärzte der medizinischen Organisationen, Leiter der sozialen Dienste zu Hause, Abteilungsleiter von medizinischen Organisationen, Spezialisten von sozialen Einrichtungen.

In diesem Rahmen hielt die Delegationsleiterin Edda Hermann-Lichtenberg einen einstündigen Vortrag über die Richtlinie zur Ermittlung des Pflegebedarfes in Deutschland.

Referiert wurde zu der Ausbildung der Experten der gerontologischen Pflege. Zur Notwendigkeit der Qualifikation mit deren Auswirkung auf die Versorgung der geriatrisch erkrankten Menschen. Zur qualitativen speziellen Versorgung im demographischen Wandel sowie der Sicherstellung der ambulanten Versorgung, um den Verbleib der älteren Menschen in der Häuslichkeit sicherzustellen.

Bezug wurde genommen zum vier Phasen Modell „Pflege als Beziehungsprozess“, dargestellt wurden notwendige Lehrinhalte der Qualifikation. Erläutert wurde die Notwendigkeit der Vernetzung der einzelnen Professionen innerhalb der sozialen Arbeit.

 

Auswertung der Kooperation im Bereich Pflege 

In derAuswertungwurde festgehalten: es fanden erstmals ganztägige Methoden-Workshops zur Qualifizierung von Pflegekräften statt. Diese Fortbildungen an denen insgesamt 90 Mitarbeiter*innen teilnahmen, wurden zertifiziert und sind als ein 1. Baustein für ein Fortbildungskonzept zu verstehen.

In der Fortbildungsarbeit 2019 wurde erfolgreich die Unterstützung bei der Ausbildung von Pflegekräften – die dringend erforderlich ist, da eine staatliche Ausbildung in diesem Feld nicht möglich ist – weiterentwickelt. Die Tjumener Seite strebt eine „international zertifizierte Ausbildung“ an. In einer Fachkonferenz in Tjumen haben die Verantwortlichen am 14. Oktober 2019 dem von der niedersächsischen Seite vorgelegten Curriculum für eine:

Ausbildung zur Expertin/Experten für gerontologische Pflege mit wesentlichen Elementen des Europäischen Qualitätsrahmens (EQR)“

im Umfang von insgesamt 180 Stunden zugestimmt und die Umsetzung für 2020 beschlossen.

Der medizinische Anteil wird von Ärzten in Tjumen übernommen. Es wird gebeten, dass die Lüneburger Experten in 2020 an dem Aufbau dieser Ausbildung durch Lehrtätigkeit im Umfang von 40 Stunden und der Abnahme der Abschlussprüfung als Pilotprojekt Hilfestellung geben. Die Leiter*innen des Departments freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit in 2020 und hoffen die erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können.

 

 [:ru]ОТЧЁТ ПО ПРОЕКТУ ЗА 2019 ГОД

Центр сотрудничества Восток-Запад e.V. (ZOWK) сохранила партнерские отношения в 2019 году и сделала возможным профессиональный обмен между Россией и Германией.

Im Rahmen des Partnerschaftsabkommens zwischen dem Land Niedersachsen und dem Gebiet Tjumen haben im Juli 2019 Tjumener Sozialexperten Lüneburger Fachleute des Bereichs Sozialarbeit und Pflege zu Zwecken einer Weiterbildung besucht, um miteinander neue Ideen fachlicher Ausgestaltung ihrer Arbeit auszutauschen. Im Oktober 2019 vom fand ein Gegenbesuch in Tjumen statt.

 

FÜNF RUSSISCHE KOLLEGINNEN AUS TJUMEN KOMMEN NACH LÜNEBURG

Der Einladung des ZOWK folgend, sind fünf Sozialexperten aus dem westsibirischen Gebiet Tjumen, der Partnerregion Niedersachsens zum Weiterbildungsseminar nach Lüneburg gekommen.

Anknüpfend an konzeptionelle Überlegungen aus dem vorigen Jahr, fand der Besuch aus Tjumen unter zwei Themenschwerpunkten statt:

Zum einen sollte mit niedersächsischem Fachwissen bei der inhaltlichen Ausgestaltung ein Konzept für die Ausbildung von Pflegekräften ausgearbeitet werden. Es wird von Tjumener Seite eine „international zertifizierte Ausbildung“ angestrebt.

Zum anderen wurde darum gebeten die Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe wieder aufzunehmen, da sich seit 2012, als der Bereich bereits behandelt wurde, in Tjumen Probleme und Fragestellungen verändert hätten. Man beschloss sich dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe im Rahmen eines Methodenaustauschs anzunähern.

Aus Tjumen kamen folgende Fachleute nach Lüneburg:

Frau Elena Perminona, Autonome Institution für soziale Dienste und Weiterbildung im Gebiet Tjumen „Regionales, soziales Rehabilitationszentrum für Jugendliche „Familie“, Direktorin
Frau Irina Makarova, Autonome Institution für soziale Dienste im Gebiet Tjumen „Sozial- Rehabilitationszentrum für Jugendliche „Zustimmung“, Stadt Ischim, Direktorin
Frau Inga Tigeeva, Department für soziale Entwicklung im Gebiet Tjumen, Leiterin der Abteilung für Fragen der Familie und Kinder
Herr Nariman Karaisaev, Staatliche, autonome Institution im Gebiet Tjumen “Regionales Zentrum für Prävention und Rehabilitation“, Direktor
Frau Margarita Babushkina, Soziales Gesundheitszentrum für Senioren und Menschen mit Behinderung „Rote Nelke“, Direktorin

 

Inhalte der Weiterbildungswoche und Einrichtungsbesuche

Christoph Kusche hat zu Beginn der Weiterbildungswoche das System der Sozial- und Jugendhilfe und die Sozialarbeit in Deutschland vorgestellt, damit die Gäste die folgend besuchten Einrichtungen in das deutsche System einordnen konnten.

 

Es wurde die Reso-Fabrik e.V. besucht, wo das Konzept der Arbeit mit devianten und straffälligen Jugendlichen vorgestellt wurde und im Schwerpunkt, wie das Antiaggressionstraining als Methode der niedrigschwelligen Arbeit genutzt werden kann.

 

Außerdem besuchten die Tjumener das Haus des Jugendrechts in der Staatsanwaltschaftund es wurden die Vorteile einer guten Zusammenarbeit von Straffälligenhilfe und Justiz für eine direkte und schnelle Intervention dargestellt. Dabei wurde die Wichtigkeit von präventiver Arbeit hervorgehoben.

 

Der Besuch im Albert-Schweitzer-Familienwerk war als ganztägige Hospitation geplant und dort wurden die verschiedenen Jugendprojekte dieses freien Trägers der Jugendhilfe vorgestellt, die sowohl ambulante als auch staitonäre Hilfen anbieten.

An Hand von Beispielen wurde die Arbeit mit straffällig gewordenen Jugendlichen präsentiert, die im Rahmen der ambulanten Hilfen in Form eines Täter-Opfer -Ausgleichs angeboten werden. Lüneburger Besonderheit sei, dass in Abstimmung mit der Jugendgerichtshilfe Weisungen des Jugendgerichtes durchgeführt werden können.

Stationäre Arbeit wurde mit der Hospitation in der Wohngruppe Wilschenbruch präsentiert, wo 13 Jugendliche betreut werden. Hier bestünde die Aufgabe und Herausforderung darin, die jungen Menschen in die Selbstständigkeit zu führen.

 

Ebenso ganztägig angelegt war die Hospitation der Drogen und Suchtberatung in der Stadt Uelzen. Es wurde die Arbeit der Suchtberatung, Konzept und Praxis in der Diakonie Uelzen und die vielfältigen Aufgaben der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention vorgestellt.

Die Suchtberatung leiste eine Vielzahl von Angeboten für Einzelpersonen und im Gruppenkontext. Insbesondere gebe es auch Alkoholpräventionsprojekte für Kinder und Jugendliche, was anhand des Move on up Projektes als praktische Beispiel demonstriert wurde.

 

Im Anschluss an die Hospitation in der Drogenberatungsstelle wurde die Arbeit eines Netzwerkpartners vorgestellt. Das Jugendzentrum BAXX veranschaulichte mit einem Rundgang durch das Jugendzentrum das Konzept der offenen Jugendarbeit. Die freiwilligen Angebote regten junge Menschen an, eigenständig und selbstorganisiert ihre Interessen zu verfolgen und gleichzeitig einen Beitrag für das lokale Umfeld zu geben.

 

Mit auf dem Programm war auch die Hospitation  im Jugendamt der Stadt Lüneburg, in dessen Rahmen die besondere Aufgabe und das Konzept der Abteilung für frühe Hilfenvorgestellt wurde. Auch hier wurde wieder deutlich wie wichtig die Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen für eine gelingende Hilfe ist, die den Kindern bereits vor ihrer Geburt bis hin zum dritten Lebensjahr anhand dieses Konzeptes gegeben wird.

 

Das Kennenlernen der Arbeit des Landkreises Lüneburg war ebenfalls Teil der Weiterbildungswoche. Hier wurden die Aufgaben der Kinder und Jugendhilfe vorgestellt. Mit praktischen Erfahrungen aus dem Feld der frühen Hilfen schließe sich die systematische Darstellung des Feldes der Kinder und Jugendhilfe als eines Kooperationspartners an. Es wurde die Notwendigkeit des Partizipation- und Emanzipationsgedankens als ein wesentliches Kernelement der Jugendhilfe betont.

 

Als weitere stationäre Jugendhilfeeinrichtung wurde das Wohnheim Oedeme der STEP gGmbH besucht. Das Konzept der Verselbstständigung von jungen Menschen wurde vorgestellt; insbesondere Kinder und Jugendlichen, die aus der Jugendpsychiatrie kommen, können in dieser Einrichtung lernen ein selbstständiges Leben als junge, heranwachsende Menschen zu führen. Die Verselbstänidung erfolge stufenweise und sei den individuellen Bedürfnissen angepasst.

 

Ein weiteres Beispiel für professionelle Handlungsfelder der Sozialen Arbeit wurde vom Betreuungsverein vorgestellt und das Onkologische Netzwerk Wendland e.V. Lüneburg Dannenberg dargestellt.

Die multiprofessionelle Arbeit im sozialen Feld, insbesondere in der Kooperation der Kinder und Jugendhilfe aber auch in den anderen Feldern der Unterstützung von Erwachsenen, bestimme den Alltag in der beruflichen Zusammenarbeit.

Abschließend wurde durch die Darstellung des onkologischen Netzwerkes Wendland e.V. – einem Zusammenschluss von Ärzten Experten und Sozialpädagogen, die beruflich und ehrenamtlich in diesem Feld tätig sind, die Sorge um krebserkrankte Menschen und ihrer Angehörigen aufgezeigt.

Es kamen interessante Aspekte der unterschiedlichen Lebensauffassung und Kulturen über die Frage von Privatheit und Vertraulichkeit versus systematische Erfassung von Lebensverhältnissen auf, guten Willens die Möglichkeit zu finden flächendeckende Angebote zu erstellen.

 

SOZIALEXPERTINNEN AUS LÜNEBURG FLIEGEN NACH RUSSLAND

Wie vorab besprochen haben Experten aus Pflegeberufen ihr Fachwissen für eine angestrebte zertifizierte Ausbildung in Rahmen von Vorträgen und Workshops eingebracht.

Außerdem ist es dem ZOWK gelungen Referenten aus der Kinder – und Jugendhilfe für den Austausch zu gewinnen.

Das Sozialdepartment in Tjumen hat ein entsprechendes Programm organisiert, in dem Methoden- Workshops und Vorträge der Lüneburger Experten vor einem Fachpublikum in den Tjumener sozialen Einrichtungen präsentiert werden und zugleich in den Hospitationen der sozialen Einrichtungen die Fachgespräche stattfinden konnten, sowohl für den Kinder – und Jugendhilfebereich, als auch die die Pflege.

 

Delegation aus dem Bereich Kinder und Jugendhilfe 

Gemäß der Auswertung der Erfahrungen und der Entscheidung über die Ausgestaltung des Gegenbesuchs im Herbst in Tjumen zum Thema der Kinder und Jugendhilfe wurde folgende Delegation nach Tjumen gesendet:

 

Frau Elena Bondarenko, Diplom Sozialpädagogin, Expertin für Angebote des Täter Opfer Ausgleichs, Anti Aggressionstraining beim Albert Schweitzer Familienwerk Lüneburg Herr Günter Kalisch, Diplom Sozialpädagoge, Einrichtungsleiter des Albert-Schweitzer-Familienwerks e.V. in Lüneburg/Alt Garge,

Frau Teresa Geist, Diplomsozialarbeiterin, Expertin für die Prävention in der Suchtberatung, Diakonie, Lebensraum Lüneburg / Uelzen

Frau Brigitte Riekmann, Diplomsozialarbeiterin, Abteilungsleiterin im Jugendamt der Stadt Lüneburg, „frühen Hilfen“

Frau Pola Gronwald, Diplomsozialarbeiterin, Expertin für die Verselbstständigung von jungen Menschen mit psychiatrischen Krisenerfahrungen

Herr Christoph Kusche, Delegationsleiter

 

Themengegenstand des Austauschs und Ablauf der Woche für den Kinder und Jugendhilfebereich

Das Thema der Kinder – und Jugendhilfe war „Die Kinder – Jugend – und Familienhilfe – Konzept und Methodenaustausch“. Es wurden in den besuchten Einrichtungen Vorträge und Methodenworkshops angeboten und damit ein Austausch mit den dort arbeitenden Professionellen stattfinden.

 

Die Gruppe der Sozialarbeiterinnen aus Lüneburg wurde nach der Ankunft in Tjumen von der Leiterin der Abteilung für Familienhilfe im Sozialdepartment des Oblast Tjuemen begrüßt und man stellte sich gegenseitig und das zu erwartende Programm vor, was sehr positiv aufgenommen wurde.

 

Günter Kalisch stellte bei der Hospitationdesregionalen sozialen und Rehabilitationszentrum „Familie“ einen Methoden – Workshop zum Umgang mit schwierigen Jugendlichen vor, indem er anhand von praktischen Übungen das Verhalten der Mitarbeitenden im Umgang mit aggressiven Jugendlichen aufzeigte.

Im Anschluss gab es einen Vortrag Pola Gronwald und einen Runden Tisch zum Thema: Entwicklung des sozialen und persönlichen Potenzials von jungen Menschen in der stationären Jugendhilfeeinrichtung. Pola Gronwald referierte zum Thema: „Das Konzept der Verselbständigung von Jugendlichen nach dem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik“. Insbesondere wurde der Weg der Verselbständigung anhand eines Jugendlichen als Fallbeispiels aufgezeigt, der alle Stufen erfolgreich durchlaufen hatte. Am Runden Tisch wurde das Konzept diskutiert und erneut auf die Wichtigkeit der individuellen Anpassung der Stufen auf die Lebenssituation des Jugendlichen hingewiesen, ohne dabei aber den Rahmen des Konzepts zu gefährden.

 

Es wurde das Regionale Zentrum für Prävention und Rehabilitation hospitiert und wir durften an der feierlichen Eröffnung des Sportzentrums teilnehmen. Das Zentrum ist eine stationäre Einrichtung der Jugendhilfe im Oblast Tjumen für die Entgiftung, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft. Teresa Geisthat einen Vortrag zum Thema „Konzept und Methodenaustausch; im Besonderen die Vorstellung der Arbeit im Bereich Prävention und Substitution, der Drobs Uelzen“ vor 30 Fachkräften der Einrichtung gehalten. Zur Veranschaulichung gab es praktische Übungen, die in den Vortrag eingebaut waren, wie das „Lebenskreisspiel“, „der Weg in die Abhängigkeit“ und die Rauschbrillen. An den Vortrag schloss sich eine umfangreiche Diskussion an.

 

 

Im Zentralen Familienzentrum in Tjumen hat die deutsche Delegation an einer Pressekonferenz teilgenommen, in der man sich gegenseitig vorstellte. Vergleichbar sind die Aufgaben mit denen eines großen Jugendamtes in Deutschland. Die Fachexperten für soziale Arbeit dieser Behörde waren zu einem ganztägigen Konferenztag zusammenzukommen, um miteinander über die Fragen der Frühen Hilfen und den Umgang mit jugendlichen Delinquenten zu diskutieren.

 

Im Familienzentrum in Tjumen wurde die Bedeutung der Frühen Hilfen als ein Angebot im Rahmen der primären und sekundären Prävention für Familien mit Säuglingen und Kleinkindernvon Brigitte Rieckmannvon der Koordinierungsstelle Kinderschutz- Kommunale Netzwerke Früher Hilfen für die Hansestadt und Landkreis Lüneburg vorgestellt. Neben der Definition und der Zielsetzung der Frühen Hilfen und der Einbindung in das Gesamtsystem Kinderschutz wurde das Netzwerk und die Zusammenarbeit im Netzwerk Frühe Hilfen beschrieben. Schwerpunkt des Vortrages bildete die Darstellung der Angebote in den Frühen Hilfen. Besonderes Interesse der Teilnehmer*innen galt den Willkommensbesuchen nach der Geburt eines Kindes, die von einer Fachkraft der Frühen Hilfen durchgeführt werden.

 

Anschließend hat Jelena Bondarenko die ambulanten sozialpädagogischen Angebote für straffällig gewordene junge Menschen im Rahmen des Jugendgerichtsgesetzes und des Täter-Opfer- Ausgleichs(TOA) im Jugendstrafverfahren vorgestellt. Ein TAO kann in allen Verfahrensstadien angeregt werden u. A. auch durch Selbstmeldung oder Jugendhilfe im Strafverfahren. Die Tatbetroffenen können Wiedergutmachung erfahren, Schmerzensgeld erhalten, Ängste abbauen, Zivilprozess vermeiden. Die Tatverantwortlichen jungen Menschen können Wiedergutmachung leisten, ggf. Strafmilderung oder ein Absehen von Strafe erreichen. Fazit: Im Rahmen der Vorstellung des Täter-Opfer-Ausgleichs gab es Interesse seitens der Elena Perminova, Direktorin des regionalen sozialen Reha Zentrums „Familie“ an weiteren Austausch und Vertiefung der Themas „Arbeit mit mehrfachstraffällig gewordenen Jugendlichen“. Weitere inhaltliche Überschneidungen waren bei dem Besuch des „Roten Wasserturms“ mit außerschulischen Aktivitäten sichtbar, durch die Leiterin Olga Selinvanova war der Kontakt und Austausch auf der wissenschaftlichen und praktischen Ebene gewünscht. Kriminalpräventive Aspekte wurden durch die Polizistin in der Einrichtung von Nariman Karaisaev vorgestellt und ein Erfahrungsaustausch angeregt.

 

Eine weitere Hosptiation fand in der Jugendhilfeeinrichtung: „Chance“ – ein Projekt für Jugendliche die Hilfe und Unterstützung benötigen statt, wo die Aktivitäten dieser Einrichtung der deutschen Delegation vorgestellt wurden. In einem Vortrag bezieht sich der Referent Christoph Kusche auf die dargestellte Arbeit und veranschaulicht wie in Deutschland im Rahmen dieser Aktivitäten das System der Jugendhilfe wirken kann. In der anschließenden Diskussion werden Fragen der Jugendhilfestrukturen der beiden Länder ausführlich erörtert. Es bleiben viele Fragen offen, wie im Detail die jeweiligen Landesstrukturen der Jugendhilfe organisiert sind. Damit bieten auch weitere Angebote für die Kooperation und zukünftige Seminare ausreichend Stoff gemeinsame Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

 

Auswertung und Perspektive der Weiterbildungswoche und der Kooperation 

Im Abschluss gab es eine Auswertung der Erfahrungen und eine Entscheidung über die Ausgestaltung der weiteren Zusammenarbeit im Jahre 2020. Die Experten der beiden Länder bedankten sich beieinander für die Anregunen und den wertschätzenden Umgang miteinander. Die Direktoren der verschiedenen Abteilungen des Sozialdepartments in Tjumen, die an dieser Auswertung teilnehmen betonten das Interesse an der weiteren Zusammenarbeit auch im Jahr 2020. Es wurde eine Themenliste für 2020 erstellt, die auch den Bereich der Behindertenhilfe einschloss.

 

Das Zentrum für Ost-West Kooperation wird sich bemühen beim Sozialsystem des Landes Niedersachsens entsprechende Anträge für das Jahr 2020 bewilligt zu bekommen.

Die Bedeutung dieses jahrelangen produktiven Austausches wird mit der Auszeichnung des Leiters der Delegation, Christoph Kusche von der stellvertretenden Gouverneurin gewürdigt.

 

Delegation der Pflegefachkräfte aus Deutschland

Fachleute, Inhalte und Aufbau 

Die Fachleute aus Deutschland für die Pflege haben einen Methoden-Workshop und die Beratungen zum „Aufbau eines Ausbildungsganges „Altenpflege mit internationaler Zertifizierung“ angeboten.

Für den Pflegebereich konnten folgende Fachkräfte nach Tjumen gesendet werden:

Frau Edith Veit, Diplompädagogin, langjährige Dozentin in der Altenpflegeschule Lüneburg(IWK)

Frau Edda Hermann-Lichtenberg, Krankenpflegefachkraft, Pflegemanagement, Dozentin an der Altenpflegeschule Lüneburg (IWK), Hansestadt Lüneburg, Heimaufsicht im Seniorenstützpunkt von Stadt und Landkreis Lüneburg, Projektleiterin

Frau Natalya Kühne, Ergotherapeutin, Fachkraft in einer Pflegeeinrichtung für demenzkranke Menschen / Übersetzerin

Herr Christoph Kusche, wissschaftl. Leitung. Teilnahme an der wissenschaftl. Konferenz in Tjumen, temporäre Begleitung in den Verhandlungen mit dem Sozialdepartment Tjumen.

Das Programm für 2019 basierte auf den konzeptionellen Überlegungen, die im Vorjahr in Tjumen diskutiert worden sind.

In dieser gemeinsamen Evaluation des Besuches wurde für 2019 der Wunsch geäußert auf 2 Ebenen die Zusammenarbeit weiter zu entwickeln. Ludmila Kraschanina als Verantwortliche für die Kooperation bittet, in Übereinstimmung mit den Beteiligten, um Unterstützung bei der Ausbildung von Pflegekräften, die dringend erforderlich ist, da eine staatliche Ausbildung in diesem Feld nicht möglich ist. Als eine Lösung wird von Tjumener Seite eine „international zertifizierte Ausbildung“ angestrebt. Zur Beteiligung der niedersächsischen Experten bei dieser Zertifizierung

wurd ein gesondertes Projekt ausgewiesen. Es wurde als Konferenzthema für den gemeinsamen Austausch das Thema „Aufbau eines Ausbildungsganges „Altenpflege mit internationaler Zertifizierung“ “ genannt sowie die Festlegung vonInhalten des Weiterbildungsseminars

Die Methodenworkshops erreichten wieder eine Vielzahl von Beschäftigen der Altenpflegeheime in Tjumen. Die Verhandlungen über ein Ausbildungscurriculum waren erfolgreich.

 

Im Workshop im Internat für ältere und behinderte Menschen(Pflegeheim), in Isetskoje, von 11.00-17.00 Uhr (30 Pers.) waren Mitarbeiter stationärer und sozialer Organisationen, die pflegebedürftige Bürger betreuen.

 

In der psychoneurologischen Kinderpension(Kinderheim) in Uspenka, von 10.30-16.00 Uhr. Teilnehmer (30 Pers.) waren Mitarbeiter stationärer und sozialer Organisationen die pflegebedürftige Bürger betreuen beim Workshop dabei.

Geschult wurden Module aus dem Curriculum von Frau E. Veith zum Bobath Konzept.

Frau E. Hermann-Lichtenberg hat zum Thema Atemstimulierenden Einreibung (ASE) referiert und praktische Übungen angeboten. Außerdem wurde die Belebende und Beruhigende Waschung aus der Basalen Stimulation vorgestellt.

 

Am 16.10.2019 fand die Internationale wissenschaftlich- praktische Konferenz statt. Ungefähr 600 Personen nahmen teil, u.a. die Leitenden der Sozialdienste, Chefärzte der medizinischen Organisationen, stellvertretende Leiter der sozialen Dienste, stellvertretende Chefärzte der medizinischen Organisationen, Leiter der sozialen Dienste zu Hause, Abteilungsleiter von medizinischen Organisationen, Spezialisten von sozialen Einrichtungen.

In diesem Rahmen hielt die Delegationsleiterin Edda Hermann-Lichtenberg einen einstündigen Vortrag über die Richtlinie zur Ermittlung des Pflegebedarfes in Deutschland.

Referiert wurde zu der Ausbildung der Experten der gerontologischen Pflege. Zur Notwendigkeit der Qualifikation mit deren Auswirkung auf die Versorgung der geriatrisch erkrankten Menschen. Zur qualitativen speziellen Versorgung im demographischen Wandel sowie der Sicherstellung der ambulanten Versorgung, um den Verbleib der älteren Menschen in der Häuslichkeit sicherzustellen.

Bezug wurde genommen zum vier Phasen Modell „Pflege als Beziehungsprozess“, dargestellt wurden notwendige Lehrinhalte der Qualifikation. Erläutert wurde die Notwendigkeit der Vernetzung der einzelnen Professionen innerhalb der sozialen Arbeit.

 

Auswertung der Kooperation im Bereich Pflege 

In derAuswertungwurde festgehalten: es fanden erstmals ganztägige Methoden-Workshops zur Qualifizierung von Pflegekräften statt. Diese Fortbildungen an denen insgesamt 90 Mitarbeiter*innen teilnahmen, wurden zertifiziert und sind als ein 1. Baustein für ein Fortbildungskonzept zu verstehen.

In der Fortbildungsarbeit 2019 wurde erfolgreich die Unterstützung bei der Ausbildung von Pflegekräften – die dringend erforderlich ist, da eine staatliche Ausbildung in diesem Feld nicht möglich ist – weiterentwickelt. Die Tjumener Seite strebt eine „international zertifizierte Ausbildung“ an. In einer Fachkonferenz in Tjumen haben die Verantwortlichen am 14. Oktober 2019 dem von der niedersächsischen Seite vorgelegten Curriculum für eine:

Ausbildung zur Expertin/Experten für gerontologische Pflege mit wesentlichen Elementen des Europäischen Qualitätsrahmens (EQR)“

im Umfang von insgesamt 180 Stunden zugestimmt und die Umsetzung für 2020 beschlossen.

Der medizinische Anteil wird von Ärzten in Tjumen übernommen. Es wird gebeten, dass die Lüneburger Experten in 2020 an dem Aufbau dieser Ausbildung durch Lehrtätigkeit im Umfang von 40 Stunden und der Abnahme der Abschlussprüfung als Pilotprojekt Hilfestellung geben. Die Leiter*innen des Departments freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit in 2020 und hoffen die erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können.

 

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