Partnerschaft zwischen Russland und Deutschland in 2018

Die langjährige Zusammenarbeit des Land Niedersachsens mit dem Gebiet Tjumen hat auch im Jahr 2018 wieder zu einem konstruktiven Austausch miteinander geführt und die Länder fachlich und kulturell bereichert.

Die Tjumener FachexpertInnen waren im Sommer vom 3.6.- 9.6.2018 in Lüneburg. Ein Gegenbesuch fand in Tjumen vom 10.9.-16.9.2018 statt.

Man hatte sich darauf geeinigt, ein Weiterbildungsseminar in Lüneburg für SozialexpertInnen aus Tjumen auszurichten.

Folgende KollegInnen aus dem Oblast Tjumen haben am Seminar teilgenommen:

  1. Kozlova Vera, Stellv. Direktorin stationäre Einrichtung der Sozialdienste der Bevölkerung der Region Tjumen «Talow psycho-neurologisches Internat»
  2. Smelik Svetlana, Direktorin stationäre Einrichtung der Sozialdienste der Bevölkerung der Region Tjumen «Jalutorow psycho-neurologisches Internat»
  3. Zhushman Anna, Direktorin der Einrichtung der Sozialdienste im Rehabilitationszentrum für behinderte Menschen. Region Tjumen
  4. Malakhova Svetlana, Stellv. Direktorin Lebenshilfe. Gerontologisches Zentrum. Region Tjumen
  5. Fomushkina Marina, Stellv. Geschäftsführung: Die Psychiatrische Klinik Region Tjumen
  6. Raev Trofim, Chefarzt Die Psychiatrische Klinik Region Tjumen

 

Das Weiterbildungsseminar wurde von Christoph Kusche, Dozent für Sozialarbeit an der Wirtschafts- und Verwaltungsakademie Lüneburg, Leiter der Arbeitsstelle „Sozialarbeit in Europa und erster Vorsitzender des ZOWK, geleitet.

In einer gemeinsamen Evaluation des Besuches 2017 wurde für 2018 als Konferenzthema für den gemeinsamen Austausch festgelegt: „Vernetzung von sozialen Diensten, Gesundheitsdiensten und psychiatrischen Einrichtungen – Konzept und Methodenaustausch“

Unter diesem Thema haben sich die Fachkräfte beider Länder getroffen und ihre Erfahrungen ausgetauscht. In Lüneburg wurde eine Konferenz veranstaltet und in Tjumen wurden von Lüneburger Fachkräften Vorträge und Workshops zu dem Thema angeboten, an denen auch Professionelle aus dem Arbeitsbereich teilnehmen konnten.

Ziel dieser Weiterbildung war die Darstellung verschiedener Formen der praktischen Hilfsangebote vor allem auch von Menschen mit psychischen Erkrankungen und das Kennenlernen von Ausbildungsangeboten in diesem Feld.

 

In Deutschland bestand das Programm der Seminarwocheaus zwei Teilen, die sich ergänzt haben: Vorträge bzw. Diskussionsrunden mit Lüneburger Sozialexperten und Hospitationen der Sozialeinrichtungen.

Das Programm wurde aufgrund des besonderen Wunsches der Tjumer vor allem auch auf die Einrichtungen der psychiatrischen Versorgung in Lüneburg fokussiert.

Folgende Lüneburger Sozialeinrichtungen wurden von der Gruppe aus dem Gebiet Tjumen besucht (genannt werden die Organisation, chronologisch aufgelistet):

 

  • DRK Augusta Schwesternschaft: Palliativpflege, beschützter stationärer Bereich, ambulanter Pflegedienst (Tages-Workshop Christine Krüger, Heimleiterin und stellv. Oberin (4.6.2018 mit den folgenden Elementen)
    • Vortragvon Christoph Kusche zu Aktuellen Entwicklungen in der Sozialarbeit in Deutschland (mit Schwerpunkt: Demographischer Wandel – berufliche Standards in den Feldern der Altenhilfe, der Sozialarbeit und des Gesundheitswesens – Ausbildungsformen an Fachschulen und Hochschulen unter besonderer Berücksichtigung der Angebote der psychiatrischen Versorgung
    • Workshopüber Die Gewinnung und Ausbildung von Pflegekräften im Gesundheitswesen, angeleitet von Christine Krüger, Heimleiterin stellvertretende Oberin und Lehrerin an der Krankenpflegeschule der DRK Augusta Schwesternschaft. In diesem Workshop wurden die Ausbildungsvoraussetzungen, die Ausbildungsdauer, Ausbildungsstätten und Ausbildungsinhalte der Gesundheits-, und Krankenpflege mit den entsprechenden Inhalten ausführlich erarbeitet. Im Mittelpunkt standen die Ausbildungsinhalte mit dem medizinisch-pflegerischen Wissen, der kooperativen Versorgung in den Gebieten Innere Medizin, Geriatrie, Neurologie, Chirurgie und weiterer medizinischer Gebiete.
    • Vortrag von Edda Herman, Expertin für Gerontologie, Heimaufsicht Lüneburg, über „Antworten auf demographische Herausforderungen – veränderte Strukturen und Vernetzung der Seniorenarbeit“

 

  • Eine intensive Diskussionüber die praktische Umsetzung schloss sich dem Vortrag„Das Konzept kommunaler Dienste der Gesundheit“ von Rolf Sauer, Geschäftsführer der Lüneburger Gesundheitsholding Psychiatrische Klinik Lüneburg an. In seinem Vortrag erläuterte Rolf Sauer die Entwicklung der einzelnen Krankenhäuser in Lüneburg unter dem Dach der Gesundheitsholdingund die Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Systeme zur optimalen Versorgung der Menschen in der Region Lüneburg. Er erläutert eingehend die Integration des psychiatrischen Krankenhauses in das Gesamtsystem

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedanken sich bei Frau Krüger für die Darstellung und Präsentation dieses Feldes. Insbesondere die Darstellung der Vernetzung mit den anderen Berufsgruppen erscheint den Teilnehmerinnen und Teilnehmer beispielhaft auch für die Arbeit in Tjumen.

 

  • Psychiatrische Klinik Lüneburg PKL (5.6.2018)
    • Sebastian Stierl, Ärztlicher Direktor a.D., hielt einen Vortrag über „Die Geschichte der Psychiatrie in Lüneburg“
    • Alexander Naumann, Chefarzt der KJPP, hielt einen Vortrag über „Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie KJPP“. Besondere Verfahren und Methoden der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorgestellt. Kolleginnen und Kollegen aus Tjumen sind von der Gestaltung der Arbeit und den methodischen Möglichkeiten beeindruckt.

 

  • Die Kontakt- und Beratungsstelle „Stövchen“, Lebensraum-Diakonie e.V.
    • Marlene Stierl, Fachkrankenschwester für Psychiatrie, Leiterin, stellte das Konzeptdes Stövchens mit zahlreichen Bildern aus dem Alltagsleben mit dem Spektrum der Aufgaben der Einrichtung als Teil des regionalen psychosozialen Netzwerks vor.

 

  • Die Lebenshilfe Lüneburg, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen: Angebote für Kinder und Erwachsene mit und ohne Handicap (6.6.2018)

    • Als Expertin in diesem Bereich stellt Bettina Rusch, Sozialarbeiterin, Sozialdienst die Konzeptionder Lüneburger Lebenshilfe vor. Das Konzept der geschützten Arbeit in Werkstätten wird durch den Besuch der Montage drei veranschaulicht. In der Besichtigung der Tagesförderstätte mit Erläuterungen zum Alltag, zu den Hilfsmitteln, zur Pflege und zur pädagogischen Arbeit werden die konzeptionellen Grundlagen der Begleitung und Unterstützung sichtbar. Die Demonstration im Snoozel-Raum beeindruckt die Teilnehmer*innen.

 

  • Vortrag: „Die Psychiatrische Versorgung in Deutschland – am Beispiel Lüneburg“

Dr. Sebastian Stierl, ÄD a. D. (7.6.2018)

Mit Bezug auf die Vorstellung der Versorgungsstruktur in der Region Tjumen im Oblast Tjumen wurde die Versorgungssituation in der Region Lüneburg in Niedersachsen als Beispiel für die Organisation der Versorgung in Deutschland dargestellt und infrastrukturelle und institutionelle Unterschiede diskutiert. Der Schwerpunkt lag dabei in der Vermittlung der Notwendigkeit kooperativer und vernetzter Strukturen bei einer systemischen Grundorientierung. Die Rolle von Modellen stationsersetzender Maßnahmen wurde vermittelt. Hier bestehen in Tjumen auf dem Hintergrund zentraler Steuerung Vorteile gegenüber einer sektorisierten, gesetzlich und finanztechnisch aufgegliederten Struktur in Deutschland.

 

  • Besuch der Arbeitstherapie / Druckerei im PKL
    • Wilfried Mundt, Ergotherapeut hat während seines Rundgangs und den Erläuterungen die ergotherapeutischeWirkung von Beschäftigung für die Strukturierung des Alltages mit all den Schwierigkeiten und komplexen Herausforderungen dargestellt. Die speziellen Methoden und Verfahren, in denen die Arbeitsschritte so gegliedert sind, dass sie erfolgreich bewältigt werden können, führen zu einer lebendigen Diskussion um den Einsatz solcher Beschäftigungsmöglichkeiten.

 

  • Ambulante Psychiatrische Versorgung Das „Flexi-Team“ des PKL
    • Ulrike Steinert, Fachkrankenschwester für Psychiatrie, stellte in einem Rundgespräch das Team, die Konzeption und praktische Arbeit dieser neuen Abteilung vor. Mit diesem Konzept der Begleitung von Menschen sowohlstationär als auch ambulant mit unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten und Unterstützungsformen je nach individuellem Bedarf soll vermieden werden, dass Menschen immer wieder in psychiatrische Einrichtungen eingewiesen werden. Der Bedarf nach diesen flexiblen Diensten ist enorm, es zeigt sich eine Stabilisierung der Menschen in ihrem Alltag, da Krisensituationen hier aufgefangen werden können und eine Eskalation im Krankheitsbild vermieden werden kann.

 

  • Städtisches Klinikum Lüneburg SKL (8.6.2018)
    • Michael Moormann, Geschäftsführer, stellte den russische Mitarbeiter/-innen diestationäre Versorgung mit medizinischen Diensten bei einem Rundgang durch das städtische Klinikum ganz praktisch sichtbar vor. Die russischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichten von ihrem beruflichen Alltag und den Unterschieden zum russischen Gesundheitssystem. In der anschließenden ausführlichen Diskussion werden die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Gesundheitssysteme debattiert. Das Verhältnis von niedergelassenen Ärzten einerseits und Polikliniken andererseits wird intensiv besprochen.

 

  • Die „Euthanasie“Gedenkstätte Lüneburg

 

Bei der Evaluation wurde von den Tjumener Gäste betont, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Thema der Tätigkeit in den verschiedenen Berufsgruppen der sozialen Dienste und Gesundheitsberufe und der Austausch in diesem Bereich gewesen sei. Aus diesem Grund war es für die Gruppe sehr interessant, die Erfahrungen deutscher KollegInnen in diesen Arbeitsfeldern kennenzulernen.

In der Auswertung wurde ausführlich über die Möglichkeiten der Vernetzung von Sozial- Gesundheit- und psychiatrischen Versorgungsangeboten gesprochen.

 

 

Vom 10. bis 16.9.2018 fand ein Weiterbildungsseminar und Beratungsgespräche für Fachkräfte im Sozial – und Gesundheitswesen im Gebiet Tjumen, der Partnerregion des Landes Niedersachsen, statt. Zur Teilnahme an dem Seminar als Experten aus Lüneburg wurden folgende Kolleg*innen eingeladen:

  • Christoph Kusche, Projektleiter, Dipl. Sozialarbeiter, Hochschuldozent, Vorsitzender des Zen­trums für Ost-West-Kooperation;
  • Natalya Kühne, Ergotherapeutin, Mitarbeiter in der Senioreneinrichtung Herbstrose, LK Lüneburg
  • Christine Krüger, Leiterin des Wohnheims der DRK Augusta Schwesternschaft, Lüneburg
  • Dr. Sebastian Stierl, Ärztlicher Direktor a.D., Psychiatrisches Krankenhaus Lüneburg
  • Marlene Stierl, Fachkrankenschwester für Psychiatrie, LeiterinKontakt- und Beratungsstelle „Stövchen“, Lebensraum-Diakonie e.V.

In der Weiterbildungswoche wurden von den Gastgebern, dem Departement für soziale Entwicklung des Gebiets Tjumen, ein Seminar mit Workshops, runder Tisch sowie Hospitationen und Fachberatungen in den stationären Sozialeinrichtungen der Region organisiert.

Folgendes Thema war Gegenstand der Weiterbildungswoche:

„Expertenaustausch:Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen und Menschen mit Behinderungen „

Die Definition neuer Zielgruppen wie dementiell Erkrankte oder Personen nach psychischen Krisen machten auf deutsche Erfahrungen und Projekte neugierig. Aufgrund der im Jahr 2017 in Lüneburg von den russischen Partnern gewünschten Themen wurde das Referententeam nach den Wünschen der russischen Seite bestimmt und neben der Darstellung der Praxis vor allem auch dem Wunsch Rechnung getragen, methodische Workshops mit Pflegekräften im Bereich der Ergotherapie und Psychiatrie durchzuführen.

 

Es gab eine Podiumsdiskussion vor 90 Beschäftigten aus dem psychiatrischen Krankenhaus zum Thema der psychiatrischen Versorgung in Lüneburg und in der Region Tjumen. Es wurden Vorträge des Chefarztes des psychiatrischen Krankenhauses Tjumen, des Leiters des psychiatrischen Krankenhauses Lüneburg, der Leiterin der ambulanten Dienste des diakonischen Werkes mit Einführung zum Thema gehalten und es gab eine anschließende Diskussion im Plenum.

Es folgte eine Besichtigung und Hospitationen im psychiatrischen Krankenhaus.

Am Abend ging es in das sozial Gesundheitszentrums für Senioren und Menschen mit Behinderungen „rote Nelke“.

Am 12.9.2018 gab es eine internationale Konferenz mit dem Thema: medizinisch soziale Versorgung bei Personen mit ausgeprägten Störungen somatischer oder psychischer Funktionen. An dieser Konferenz nahmen 120 Beschäftigte der sozialen Einrichtungen des Oblast Tjumen teil. Parallel dazu fanden Workshops für Spezialisten in der Pflege der sozialen Einrichtungen der Region Tjumen statt: sowohl für den Bereich der Ergotherapie der psychiatrischen Versorgung.

Am 13.9.2018 wurden ganztägige Workshops für Spezialisten in der Pflege der sozialen Einrichtungen, zur palliativen Begleitung älterer Menschen, der Arbeit mit Personen mit schweren Beeinträchtigungen psychischen Störungen, basale Stimulation für Personen mit Beeinträchtigungen, palliative Begleitung im Langzeitpflegesystem und Ergotherapie angeboten. In diesen parallelen Workshops nahmen an den Trainings jeweils 30 Personen unterschiedlicher sozialer Einrichtungen teil.

Am 14.9.2018 lud das regionale Zentrum für Rehabilitation der Menschen mit Behinderungen zu einer Konferenz und einer Podiumsdiskussion vor Beschäftigten dieser Einrichtungen mit dem Thema „Perspektiven und Entwicklung der internationalen Kooperation im Bereich der Aus – und Fortbildung von Spezialisten der sozialen Versorgung“ ein.

Außerdem wurde das das regionale soziale Rehabilitationszentrum für Familien und Jugend besucht. Unter dem Thema „Perspektiven und Kooperation im Bereich der Sozialarbeit mit Familien und Kindern“ wurde über die Kooperation im Jahre 2019 mit den Verantwortlichen für dieses berufliche Aufgabenfeld diskutiert.

Am 15.9.2018 folgten Hospitationen im regionalen gerontologisches Zentrum für ältere Menschen mit Demenz, inklusive Austausch der Erfahrungen in der Arbeit mit dementen älteren Menschen.

 

Die Gäste aus Lüneburg haben sich in der Woche inhaltlich mit Vorträgen und Workshops eingebracht.

Marlene Stierl und Dr. Sebastian Stierl haben einen Workshop im Rahmen der internationalen Konferenz im Sozialgesundheitszentrum „Rote Nelke“ in Krivodanovo über „Die Rehabilitation von Patienten mit schweren psychischen Störungen im ambulanten und stationären Bereich“ angeboten.

Ausgehend von der von Russland und Deutschland unterzeichneten UN-Behinderten-Rechts-Konvention (UN-BRK) wurde am Beispiel der Region Lüneburg der Stand der Entwicklung einer Versorgungsstruktur vorgestellt, die sich im Bereich der Behandlung an den Maximen Enthospitalisierung, Dezentralisierung und Ambulantisierung orientiert. Dabei wurde auf den im vorangegangenen Vortrag vermittelten Sachverhalten aufgebaut. Die Notwendigkeit des integrierten Einsatzes unterschiedlicher professioneller Kompetenzen wurde herausgestellt.

Am 12.09.2018, bei der internationalen Konferenz, zum Thema: „Medizinisch-soziale Versorgung von Personen mit ausgeprägten Störungen der Körperfunktionen“, stellte Frau Natalya Kühne die Ergotherapie vor. Die Einsatzmöglichkeiten und Methoden in der Neurologie, Psychiatrie und Geriatrie wurden an konkreten Beispielen erklärt. Während des Vortrags wurden von den Zuhörern spezifische Fragen gestellt und Informationenbedürfnisse ausgesprochen, auf die Frau Kühne einging.

Am 13.09.2018, führte Frau Natalya Kühne, Ergotherapeutin einen Workshop zum Thema: „Basale Stimulation und Snoezelen für Personen mit schwereren Beeinträchtigungen“, durch. An dem Workshop nahmen Spezialisten für die Rehabilitation der sozialen und medizinischen Einrichtungen der Region Tjumen teil.

Der Vortrag von Christine Krüger befasste sich mit der Beschreibung der ambulanten und stationären Versorgung von Menschen, die sich allein zu Hause nicht versorgen können, in Lüneburg am Beispiel der DRK Augusta-Schwesternschaft Lüneburg e.V..

Im Rahmen des Workshop-Tages führte Frau Christine Krüger einen Workshop zum Thema „Palliative-Care für Mitarbeiterinnen im ambulanten und stationären Bereich“ durch. In einem ersten Schritt wurden theoretische Inhalte zur Biographie-Arbeit vermittelt. Das Thema „Wahrheit am Krankenbett“ wurde mit theoretischen Grundlagen und einer anschließenden Gruppenarbeit vertieft. Der Workshop wurde aufgrund der großen Nachfrage am Vormittag und am Nachmittag angeboten und jeweils von 30 Teilnehmerinnen besucht.

 

In der Auswertung wurde die Kooperation der beiden Länder als sehr positiv und konstruktiv bewertet. Die referierenden Direktoren der sozialen Internate betonten die Entwicklung von Innovationen in ihren Arbeitsfeldern durch die gemeinsame Kooperation und die Entwicklung von Leitbildern für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Einschränkungen und Behinderungen. Insbesondere die Aktivitäten der Entwicklung aus den stationären Diensten heraus zu ambulanten Angeboten stellen eine große Herausforderung dar und werden als wesentliche Eckpunkte für die weitere Entwicklung betrachtet. Alle betonen die Notwendigkeit der weiteren Zusammenarbeit, um durch gegenseitige Anregungen gesellschaftliche Fragestellungen und durch moderne Problemlösungen zu beantworten.

 

Während der Konferenz wurde bekannt, dass der Bürgermeister der Stadt Tjumen nach Berlin reisen würde, um den Preis für die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern entgegenzunehmen die russische Delegation betont ausdrücklich, dass dies nur der langjährigen intensiven Zusammenarbeit gedankt sei. Die gute Kooperation zwischen dem Land Niedersachen und dem Oblast Tjumen wurde am 14. September 2018 durch den deutschen Außenminister Heiko Maas und seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow für ihre herausragenden Projekte im deutsch-russischen Austausch ausgezeichnet.

 

Nach der Rückkehr aus Russland fand eine interne Auswertung des Weiterbildungsseminars in Tjumen statt. Die Organisation des Seminars in Tjumen sowie die Rahmenbedingungen des Aufenthalts waren sehr gelungen und es wurde inhaltlich dicht und nachhaltig auf sehr professioneller Ebene miteinander gearbeitet und ein Fortführen der Kooperationen beiderseits sehr begrüßt.

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